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Nov 18

BURDOW und BAUMECKER lesen


Emil Szittya: Herr Außerhalb illustriert die Welt.

 


Freitag, 9. Oktober 15, um 20 h,
EINAR & BERT Theaterbuchhandlung,
Winsstraße 72, 10405 Berlin

 

http://www.einar-und-bert.de/Veranstaltungen/954810179/Emil-Szittya-

 

Der Titel Herr Außerhalb illustriert die Welt erinnert  nicht zufällig an die Sammlung Joe Frank illustriert die Welt von Franz  Jung aus dem Jahre 1921, die über die damals aktuellen internationalen  Klassenkämpfe in der Welt erzählte. Franz Jung (mit dem Szittya Kontakte  pflegte) legte dabei seine Texte mit den Erfahrungen aus den Siegen und  Niederlagen der Revolution „Joe Frank“ in dem Mund, seinem eigenen  Pseudonym. Szittyas Texte teilen nicht die revolutionäre Zuversicht, mit  der Joe Frank die Welt sah – dennoch suchen auch sie neue Perspektiven,  um die Welt auf ihre ganz eigene Weise zu „illustrieren“.

Der 1886 in Budapest geborene Vagabund, Schriftsteller,  Journalist, Kunstkritiker und Maler Emil Szittya war ein unermüdlicher  Schreiber, er hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, von dem nur der  kleinere Teil, gut zwei Dutzend Bücher, publiziert wurde – das erste  ungarisch, die folgenden deutsch, die letzten französisch (nach Jahren  und längerem Aufenthalt in Berlin war Emil Szittya 1927 nach Paris  übergesiedelt und dort sesshaft geworden). Fast die Hälfte seiner Bücher  hatten kunsthistorische Themen. Die hier vorgelegte Auswahl  berücksichtigt Texte aus fünf Jahrzehnten. Es sind literarische  Prosastücke, die zwischen den 1910er und den frühen 1960er Jahren  verfasst wurden. Diese 45 jeweils in sich abgeschlossenen Prosatexte  entstammen aus seinen Erzählbänden mit so seltsamen Titeln wie Die  Haschischfilms des Zöllners Henri Rousseau Und Tatjana Joukoff mischt  die Karten, oder es sind Erstveröffentlichungen aus dem Nachlass.

Der Herausgeber:
Walter Fähnders ist apl. Prof. für Neuere Germanistik an der Universität Osnabrück. Seine Arbeitsschwerpunkte: Avantgarde und Moderne, Literatur und Kultur sozialer Bewegungen. Bei BasisDruck gab er 2000 die Nachlass-Erzählung Die Verzauberten (PAMPHLETE Nr. 1) von Franz Jung heraus. Neuere Veröffentlichungen: Die Epoche der Vagabunden. Texte und Bilder 1900-1945 (2009); Avantgarde. Metzler Lexikon (2009); Annemarie Schwarzenbach: Afrikanische Schriften (Hrsg. 2012).
 

Inés Burdow ist Schauspielerin, Sprecherin und Autorin. Sie war u. a. am Berliner Ensemble engagiert, spielte Hauptrollen in der Oper, arbeitet für die Kulturradios der ARD-Anstalten und dreht fürs Fernsehen. Ihr Feature-Porträt „Die Unvollendete“ über die Schriftstellerin Brigitte Reimann war 2013 für den Juliane Barthel-Medienpreis nominiert. 2015 bekam Burdow den Kunstförderpreis des Landes Brandenburg im Bereich Literatur.

 

Stephan Baumecker studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Ensemblemitglied unter anderem am Schillertheater Berlin, Schauspielhaus Bochum und dem Berliner Ensemble und arbeitete mit Regisseuren wie Leander Haußmann, Dimiter Gotscheff, Peter Stein, Robert Wilson und Claus Peymann zusammen. Seit 2006 arbeitet er hauptsächlich für Film und Fernsehen.
(Foto: Dietmar Spolert)